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Willenskraft? Vergiss es.

Januar 9, 2026

Lass mich raten: Du hast dir für 2026 viel vorgenommen.

Vielleicht willst du mehr Sport machen, gesünder essen oder einfach nur produktiver arbeiten.

Und lass mich noch etwas raten: Bereits im Februar ist davon kaum noch etwas übrig.

Klingt hart?

Ist aber statistisch erwiesen.

Viele Neujahrsvorsätze scheitern schon im Februar.
Nicht, weil wir zu wenig wollen. Sondern weil wir auf die falschen Trigger setzen: auf deine Motivation (ein flüchtiges Gefühl) oder deine Ziele (eine ferne Destination).

Die Lösung? Du ersetzt Willenskraft durch Design.

Also lass uns ein System bauen, das Scheitern schwieriger macht als Erfolg zu haben.

Baue Systeme, keine Vorsätze

UPGRADE MEDIA Martin Schaible

Phase 1: Identität schlägt Ergebnis

Hör auf, dich auf das zu konzentrieren, was du erreichen willst.
Konzentriere dich darauf, wer du sein willst.
Das ist mehr als nur ein Wortspiel.

„Ich will abnehmen“ unterscheidet sich von „Ich bin jemand, der aktiv auf den eigenen Körper achtet.“

So formulierst du deine Identität um:
Streiche deine Ziele von der Liste.

Schreibe stattdessen die Identität auf, die diese Ergebnisse automatisch produziert.

❌ Falsch (Ziel): „Ich möchte dieses Jahr 10 kg abnehmen.“
✅ Richtig (Identität): „Ich bin jemand, der sich täglich bewegt und seinen Körper respektiert.“

❌ Falsch (Ziel): „Ich will ein Buch schreiben.“
✅ Richtig (Identität): „Ich bin ein Schriftsteller. Schriftsteller schreiben jeden Tag, egal ob gut oder schlecht.“

Merkst du den Unterschied?

Das Ziel liegt in der Zukunft.
Die Identität existiert jetzt.

Die neue Regel: Frage dich bei jeder Entscheidung im Januar nicht „Habe ich Lust dazu?“, sondern:

„Was würde die Person tun, die ich sein möchte?“

Phase 2: Design schlägt Disziplin

Willenskraft ist eine endliche Ressource. Verschwende sie nicht.
Gestalte deine Umgebung daher so, dass das gewünschte Verhalten unausweichlich wird.

Entferne die Hürden
Mache den Start der Gewohnheit so einfach, dass du nicht „Nein“ sagen kannst.

Beispiel „Mehr Lesen“:
Lege das Buch gleich morgens auf dein Kopfkissen. So kannst du abends nicht ins Bett gehen, ohne es physisch in die Hand zu nehmen. Das System zwingt dich zur Interaktion.

Beispiel „Sport“:
Leg die Sportkleidung schon am Abend direkt vor deine Schlafzimmertür.
Du stolperst morgens automatisch drüber und legst los.

Beispiel „Gesunde Ernährung“:
Was nicht im Haus ist, kann nicht gegessen werden.
Was auf der Küchentheke steht (Obst), wird gegessen.
So einfach ist das.

Die Regel: Wenn du dich entscheiden musst, hast du schon verloren.
Das System muss dir die Entscheidung abnehmen.

Phase 3: Konsistenz schlägt Intensität
Intensität macht gute Instagram-Posts. Konsistenz schafft echte Veränderung.

Definiere dein „Minimum Viable Habit“
Ein System funktioniert nur, wenn es auch an deinen schlechtesten Tagen läuft, also wenn du müde, gestresst oder unmotiviert bist.

Deshalb:
Setze dir kein Ziel von einer Stunde Fitnessstudio.
Setze dir das Ziel: „Ich ziehe meine Schuhe an und gehe zur Tür hinaus.“

Wenn du dann wieder umdrehst, zählt es trotzdem als Erfolg.

Warum?

Weil du das System der Identität gewahrt hast.

Lese nicht 50 Seiten. Lese einen Absatz.
Schreibe nicht 1000 Wörter.
Schreibe einen Satz.

Die Regel: Das Ziel ist nicht, heute einen Marathon zu laufen.
Das Ziel ist, die Kette der Gewohnheit nicht reißen zu lassen.

„Don’t break the chain.“

Phase 4: Sei spezifisch. So schlägst du gute Absichten
Vage Pläne produzieren vage Ergebnisse.
Ersetze „Ich sollte mal…“ durch einen festen Auslöser (Trigger).

Nutze dabei diese Formel:

„Nachdem ich [BESTEHENDE GEWOHNHEIT] gemacht habe, werde ich sofort [NEUE GEWOHNHEIT] ausführen.“

Beispiele:

  • „Nachdem ich meinen ersten Kaffee getrunken habe, werde ich die 3 wichtigsten Aufgaben für heute planen.“
  • „Nachdem ich mich ins Auto gesetzt habe, lege ich das Handy sofort ins Handschuhfach, nicht in Sichtweite.“

Warum das funktioniert?

Dein Gehirn liebt Muster!

Du knüpfst einfach eine neue Aktion an eine schon bestehende Routine. Und schwupps, läuft das Ganze fast von allein.

Mein Mantra für 2026

  1. Vergiss das Ziel. Verliebe dich in den Prozess.
    Der Weg ist nicht das Mittel zum Zweck.
    Der Weg ist der Zweck.
  2. Sei langweilig.
    Echter Fortschritt ist oft unspektakulär und wiederholend. Niemand filmt dich dabei, wie du zum 127. Mal deine Dehnübungen durchziehst. Aber genau das zählt.
  3. Vertraue dem Zinseszins.
    Kleine Handlungen, konsequent ausgeführt, summieren sich zu massiven Ergebnissen. Nicht morgen. Nicht nächste Woche. Aber in sechs Monaten wirst du dich selbst nicht wiedererkennen.

Ein letzter Gedanke

Bestsellerautor James Clear hat mal gesagt:

„Wir steigen nicht hoch auf das Niveau unserer Ziele. Wir fallen herunter auf das Niveau unserer Systeme.“

Deine Ziele sind Wunschdenken. Deine Systeme sind Realität.

Also: Was ist das eine System, das du diese Woche installierst?

Nicht nächsten Monat. Diese Woche.

Schreib’s mir. Oder fang einfach an. Ich wünsche dir ein wunderbares, gesundes und erfolgreiches Jahr.

Komm gut an im Jahr 2026 und mach es zu deinem Jahr.

Dieser Artikel ist zuerst am 07.01.2026 als Newsletter erschienen. Wenige Tage später wird er automatisch als Blogartikel veröffentlicht. Du möchtest alle News immer direkt lesen?

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